Fischmarkt

Fischmarkt

Orts-/Stadtteil: Altstadt

Bezeichnung seit: 1293

vorherige Bezeichnung/en: 1293: in foro piscium iuxta hospitale, 1350: in foro piscium videlicet halbetor, 1388: visschemarkte

Bedeutung:


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Ursprünglich wurde nur der Platz vor der Westseite des Rathauses so benannt.

Fischmarkt heisst der Platz, weil auf ihm unter anderem auch Fische gehandelt wurden. Seit der Zeit der Stadtwerdung hat der Fischmarkt als historischer Mittelpunkt der Stadt Erfurt zentralen Funktionen gedient und war Schnittpunkt der durch Erfurt führenden Handelsstraßen.

Er war nicht nur Markt- und Handelsplatz, sondern der Mittelpunkt des öffentlichen Lebens. Dies wird auch die Bewohner veranlasst haben, hierher das Kaufhaus der Bürger, das später zum ersten Rathaus wurde, zu bauen. Das alte Gebäude wird schon 1275 als curie consulum Erfordensis civitatis erwähnt. Nach Süden schloss den Platz die Martinskirche ab, die 1385 vom hier nach den Langenstegen (Schlösserbrücke) verlegt worden ist, weil sie keinen Kirchhof hatte.


Sehenswürdigkeiten/Besonderheiten:

Das heutige Rathaus wurde 1875 eingeweiht und ist ein neogotischer Bau mit monumentaler Vorhalle, welches nach den Entwürfen der Architekten Theodor Sommer und August Thiede (1834-1911) errichtet wurde. Im Festsaal finden sich große Historienbilder zur Stadtgeschichte von Peter Janssen. Die sehenswerten Gemälde im Treppenhaus zur Luther und der Sagenwelt wurden 1889 bis 1896 von Eduard Kämpffer gefertigt.

Dem Rathaus gegenüber steht auf hoher Säule die Statue eines gerüsteten Kriegers, des Römers, die 1591 aufgestellt wurde. Sie war nicht das Zeichen der Reichsfreiheit oder der Gerichtsbarkeit, wie in anderen Städten der "Roland", sondern eine politische Demonstration des Rates, dass die Stadt bereit sei, ihre bedrohten Rechte und Freiheiten gegen den erzbischöflichen Stadt- und Landesherrn notfalls mit Waffengewalt zu verteidigen.

Am Fischmarkt finden sich zahlreiche historische Gebäude. So das 1562 von dem Weinhändler Jakob Naffzer errichtete prachtvolle Haus Zum Roten Ochsen, in welchem heute die Kunsthalle Erfurt zu finden ist. Alte Erfurter kannten in ihm noch das "Rolandskino".

Den nördlichen Abschluss des Platzes bildet das 1584 gebaute Haus Zum Breiten Herd mit seiner schmuckreichen Renaissancefassade und seinem Fünfsinnefries, welcher nach Vorlage von F. Floris entstand.

Der rechts daneben stehende Erweiterunsgbau stammt aus dem Jahr 1892 und geht auf den Entwurf von K. Frühling zurück. Im Hof findet sich hier ein barockes Sommerhaus.

Weitere nennenswerte Häuser sind die Häuser Zur Güldenen Krone aus den Jahren 1488-1564, Haus Zum Güldenen Löwen von 1740 und das Haus Zur Halben Eisernen Tür.

(Foto: Alexander Raßloff)