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Tontrommel aus der Steinzeit

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Tontrommel aus der Steinzeit

Aus der Serie Fundstücke aus dem Stadtmuseum mit Gudrun Noll und Dr. Steffen Raßloff (05.10.2012)


Ältestes Musikinstrument der Stadtgeschichte


Zu einer Tontrommel befragten wir Kustodin Gudrun Noll vom Stadtmuseum:


Das Gefäß sieht aus wie ein Musikinstrument. Ist es eins?

Das tönerne Gefäß, dessen Standfuß nicht erhalten ist, muss man sich als pokalförmiges Tonobjekt vorstellen, das hauptsächlich in Mitteldeutschland bei archäologischen Grabungen zutage tritt und zum Keramikinventar der mittleren Jungsteinzeit gehörte. D.h. dieses Fundstück von der Nordhäuser Straße ist ca. 5000 Jahre alt. Man kann sie als ältestes Musikinstrument unserer Stadtgeschichte im weiteren Sinne bezeichnen.


Wie fand man das heraus?

Lange hat man in der Forschung mit viel Phantasie über den Gebrauch gerätselt. Inzwischen hat sich die Meinung durchgesetzt, dass es sich bei diesen Gefäßen um Trommeln handelt. Ausschlaggebend waren nicht zuletzt die Ösen unter dem Rand, die zum Befestigen des Trommelfelles dienten. Außerdem werden vergleichbare Rythmusinstrumente heute noch in Nordafrika, Mittelamerika und Asien benutzt.


Wann wurden sie gespielt?

Die Trommeln fanden sicher vor allem bei kultischen Zeremonien Verwendung. Möglicherweise wurden sie auch zur Begleitung von Tanz und Gesang geschlagen. Klänge wurden in dieser Zeit aber auch schon durch Flöten erzeugt.


Siehe auch: Geschichte der Stadt Erfurt, Stadtmuseum Erfurt