Till Eulenspiegel Denkmal Erfurt
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Till Eulenspiegel Denkmal
Beitrag der Serie Denkmale in Erfurt aus der Thüringer Allgemeine von Dr. Steffen Raßloff (07.01.2012)
Von Professoren und Eseln
DENKMALE IN ERFURT (27): Der legendäre Narr Till Eulenspiegel foppte einst die Professoren der Erfurter Universität, obwohl diese noch gar nicht gegründet war.
Dass zu Lebzeiten des mutmaßlich um 1350 gestorbenen Eulenspiegel die Universität noch gar nicht gegründet war, sondern erst ein Generalstudium an verschiedenen Klosterschulen existierte, tut dem Charme der Geschichte keinen Abbruch. Und sie zeigt, dass die Universität Erfurt zur Entstehungszeit des Buches um 1500 als eine der angesehensten im Reich galt, in der Eulenspiegel beispielhaft die Bildungselite aufzog.
Im Jahre 2001 bekam der feinsinnige Narr ein Denkmal in Erfurt, das auf die Esel-Geschichte Bezug nimmt. Geschaffen hat es die Bildhauerin Anke Besser-Güth. Die Stele mit dem über dem lesenden Esel kauernden Narren hat mit dem Haus „Zur Narrenschelle“ hinter dem Rathaus einen idealen Platz gefunden. Seit 2000 ist hier die Gemeinschaft Erfurter Carneval GEC zu Hause. Darauf weisen das Namensschild und das Hauszeichen mit einer vergoldeten Schelle hin. Ein Wandbild von Erich Enge am Giebel führt ein buntes Treiben rund um Karneval, Fasching und Eulenspiegeleien vor Augen.
Übrigens treibt Eulenspiegel noch heute seine tiefsinnigen Späße mit den Erfurtern. Eine Stimme hierfür verleiht ihm regelmäßig Christiane Weidringer vom Erfurter Figurentheater. Ihr Till darf sich bald auch in der neuen Ausstellung des Stadtmuseums mit bedeutenden Persönlichkeiten der Erfurter Geschichte unterhalten. Man ahnt schon, dass dies nicht ohne Spott und Ironie abgehen wird – eben Geschichte mit einem Augenzwinkern.
Sie auch: Geschichte der Stadt Erfurt, Universität Erfurt, Mittelaltermetropole Erfurt
