Ratssilber Erfurt

Das Erfurter Ratssilber

Aus der Serie Fundstücke aus dem Stadtmuseum von Gudrun Noll und Dr. Steffen Raßloff (14.06.2012)


Versilbertes Ratssilber


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Im Mittelpunkt der neuen Ausstellung im Stadtmuseum steht das historische Erfurter Ratssilber. Es handelt sich hierbei um wertvolles Tischgerät, das dem Stadtrat einst für Festlichkeiten zur Verfügung stand. Die Weinkrause stammt aus dem Jahre 1640, als „türkische Jungfer“ wird der Sturzbecher von 1566 bezeichnet und die beiden Fassbecher zum Ineinanderstecken datieren auf 1592.

Nach einem Inventar von 1623 verfügte der Rat über einen Schatz von 127 Stücken, was über 400 kg meist vergoldetem Silber entsprach.

Das Ratssilber dient heute im Stadtmuseum als ein Symbol der Mittelaltermetropole Erfurt. Ihre ganze Macht und Pracht entfaltet sich in der großen Halle im Erdgeschoss. Dort wurden erstmals seit dem Abriss des alten Rathauses vor 150 Jahren die Ausstattungsstücke des Festsaales wieder zusammengeführt. Hierzu gehören u.a. die Setzschilde und Rundbilder sowie die riesige Armbrust.

Vom Ratssilber sind allerdings nur noch die drei Stücke in Erfurt erhalten. Als Geschenk an hohe Gäste wechselte so manches Kleinod seinen Besitzer. Besonders im Dreißigjährigen Krieg hat man vieles im wahrsten Wortsinne versilbert, um die Stadt vor Schaden zu bewahren.


Siehe auch: Stadtmuseum Erfurt, Ausstellung "Tolle Jahre - An der Schwelle der Reformation", Geschichte der Stadt Erfurt, Mittelaltermetropole, Rathaus