Juri Gagarin Denkmal Erfurt
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Juri Gagarin Denkmal Erfurt
Beitrag der Serie Denkmale in Erfurt aus der Thüringer Allgemeine von Dr. Steffen Raßloff (20.08.2011)
Der erste Mensch im All
DENKMALE IN ERFURT (7): Die Büste Juri Gagarins erinnert an den ersten Weltraumflug vor 50 Jahren. Sie sollte einst die Überlegenheit des Sozialismus symbolisieren.
Wie viel von dieser Spontanität der 1960er Jahre noch übrig war, als am 12. April 1986 das Erfurter Gagarin-Denkmal eingeweiht wurde, lässt sich schwer sagen. Es fand am 25. Jubiläumstag des ersten bemannten Raumfluges seinen Platz an der sozialistischen Mustermagistrale Juri-Gagarin-Ring, die bereits 1964 so benannt worden war. Statt des 1968 bei einem Flugzeugabsturz tödlich verunglückten Gagarin repräsentierte nun der erste Deutsche im All die vermeintliche Überlegenheit des Sozialismus. Zum netten, zurückhaltenden Erzgebirgler Sigmund Jähn schien diese Rolle allerdings nicht so recht zu passen. Da mutet es fast symbolisch an, wenn die Büste auf Granitsockel von Lew Kerbel einen Zweitguss des Denkmals in der Moskauer Allee der Kosmonauten darstellt. Euphorische Heldenverehrung war in der späten DDR schwierig geworden.
Befreit vom einstigen Wettstreit der Systeme und Weltanschauungen, steht das Gagarin-Denkmal im 50. Jubiläumsjahr des Raumfluges für einen enormen Fortschritt der Menschheit und einen wirklich populären Weltraum-Pionier. Deshalb war es auch richtig, das Denkmal nach der friedlichen Revolution 1989 nicht als offiziöses Monument der DDR und ihres „großen Bruders“ Sowjetunion einfach zu beseitigen. Die in Aussicht genommene Verschönerung des eher tristen Umfeldes vor den elfgeschossigen „Wohnscheiben“ kann die Wirkung nur verbessern. Als Beispiel sozialistischer Monumentalplastik, geschaffen von einem der führenden Vertreter dieses Genres, hat es selbst bereits Denkmalcharakter gewonnen.
Siehe auch: Geschichte der Stadt Erfurt
