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Jakob Samuel Beck

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Jacob Samuel Beck

Beitrag der Serie Denkmale in Erfurt aus der Thüringer Allgemeine von Dr. Steffen Raßloff (17.08.2013)


Lebensfreude und Vergänglichkeit

DENKMALE IN ERFURT (111): Der Maler Jacob Samuel Beck gilt als wichtigster Vertreter des Spätbarock in Erfurt.


Das Zeitalter des Barock wurde bis in seine Spätphase des 18. Jahrhunderts geprägt von dem Spannungsverhältnis zwischen bisweilen überschäumender Lebensfreude und dem Bewusstsein der Vergänglichkeit des Menschen. Beides bedingte sich gegenseitig, nicht zuletzt nach den verheerenden Erfahrungen des Dreißigjährigen Krieges 1618-1648. Man wollte sein Leben genießen angesichts der Anfechtungen des oft kurzen irdischen Daseins – soweit man sich dies als Vertreter des Adels oder des vermögenden Bürgertums leisten konnte. Zugleich mahnte stets der noch fest verankerte christliche Glaube daran, dass das eigentliche Leben erst nach dem Tode beginne. Hierauf gelte es sich mit einem gottgefälligen Lebenswandel vorzubereiten, der freilich zwischen Katholiken und Protestanten zu kaum einer Zeit blutiger umstritten war.

Jener Zeitgeist schlägt sich im künstlerischen Schaffen des Barock nieder, nicht zuletzt in der Malerei. Deren bedeutendster Vertreter in Erfurt war Jacob Samuel Beck (1715-1778). In seinem Atelier in der Johannesstraße 36, heute durch eine Gedenktafel markiert, entstanden über drei Jahrzehnte typische Werke des Barock: Tierdarstellungen und Stillleben, Portraits bedeutender Persönlichkeiten sowie ein Zyklus „Totentanz“. Letzterer umfasste 56 großformatige Ölbilder, die J. S. Beck mit weiteren Künstlern gemeinsam erarbeitetet hat. Er zeigt teils bekannte Persönlichkeiten jener Zeit in Erfurt in verschiedenen Lebenslagen, die vom Tod zum letzten Tanz abberufen werden. Der Zyklus fiel 1872 einem Feuer im Augustinerkloster zum Opfer, wo eine Kunst- und Naturaliensammlung als Vorläufer unserer Museen eingerichtet war. Heute verfügt das Stadtmuseum über Kopien der Totentanz-Bilder.

Beck ist noch immer vielen Erfurtern bekannt als Schöpfer repräsentativer Portraits. Zu ihnen gehörte etwa Christian Reichart, Begründer des modernen Erwerbsgartenbaus und verdienter Stadtrat. Im Angermuseum sind einige Tierbilder und Stillleben in vielen Variationen vom kunstvollen Obstteller bis hin zum Hering mit Bierkrug zu sehen. Dank Beck können wir uns in der Gemäldegalerie auch vom lebensfrohen Grafen Gustav Adolf von Gotter ein anschauliches Bild machen. Dessen Portrait als Jäger nach Antoine Pesne erinnert auch daran, dass Beck im Auftrag Gotters bei der künstlerischen Ausgestaltung von Schloss Molsdorf mitgewirkt hat. Aber J. S. Beck schuf auch religiöse Werke, etwa Teile des Hochaltars im Erfurter Dom. Das untere Altarblatt zeigt die Anbetung der Heiligen Drei Könige, an der Südwand hängt die Anbetung der Hirten. (Fotos: Alexander Raßloff)


Literaturtipp:

Thomas von Taschitzki/Kai Uwe Schierz (Hg.): Jacob Samuel Beck (1715-1778). Zum 300. Geburtstag des Erfurter Malers (Ausstellungskatalog Angermuseum Erfurt). Dresden 2016.

Steffen Raßloff: 100 Denkmale in Erfurt. Geschichte und Geschichten. Mit Fotografien von Sascha Fromm (Thüringen Bibliothek. Bd. 11). Essen 2013.


Siehe auch: Geschichte der Stadt Erfurt, Portrait von Universitätsrektor Hieronymus Friedrich Schorch