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Faustkeil

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Faustkeil (30.000 v. Chr.)

Aus der Serie Fundstücke aus dem Stadtmuseum mit Gudrun Noll und Dr. Steffen Raßloff (20.12.2012)


Ältestes Relikt der Stadtgeschichte


Zu einem Faustkeil befragten wir Dr. Steffen Raßloff vom Förderverein Stadtmuseum:


Woher stammt dieser Faustkeil?

Es handelt sich hierbei um einen Faustkeil aus Feuerstein, der in einer Kiesgrube in Erfurt-Nord gefunden wurde. Solche aus einem Steinkern gewonnenen Faustkeile dienten als Universalwerkzeug zum Auswaiden erlegter Tiere, Abschaben von Fellen, Anspitzen von Holzgeräten usw. Die kleineren Abschläge dieser Steinkerne nutzte man als Speerspitzen, Dolche oder Schaber.


Welcher Epoche wird das Fundstück zugeordnet?

Dieses Werkzeug geht in die Altsteinzeit zurück, als der Jetztmensch den Neandertaler zu verdrängen begann. Unsere Vorfahren passten sich bereits effektiv der Umwelt an und hoben sich kulturell von ihren Vorgängern ab. Die Jagd trat in jener letzten großen Kaltzeit in den Vordergrund, man lebte in mobilen Zeltsiedlungen oder Höhlen.


Welche Rolle spielt das Exponat in der Ausstellung des Stadtmuseums?

Das Besondere an dem Stein ist sein Alter. Mit einer Datierung auf ca. 30.000 v. Chr. stellt er das älteste uns überlieferte Relikt der menschlichen Zivilisation im Raum Erfurt dar. Er ist damit natürlich zugleich das älteste Exponat im Stadtmuseum.


Siehe auch: Geschichte der Stadt Erfurt