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Adam Ries Denkmal

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Adam Ries

Beitrag der Serie Denkmale in Erfurt aus der Thüringer Allgemeine von Dr. Steffen Raßloff (22.10.2011)


Das macht nach Adam Ries …

DENKMALE IN ERFURT (16): Der sprichwörtliche Rechenmeister Adam Ries hat wichtige Jahre in Erfurt verbracht. An der Druckerei seiner Rechenbücher wird an ihn erinnert.


Adam Ries (1492-1559) gilt als der Mathematiker schlechthin. Der Name kaum eines anderen Wissenschaftlers hat sich derart mit seinem Forschungsgegenstand verbunden. „Das macht nach Adam Ries ...“, so wird noch immer gerne das Ergebnis einer Rechenaufgabe präsentiert. Der Rechenmeister lebte einige Jahre in Erfurt, wo 1518 und 1522 seine ersten beiden Rechenbücher erschienen. Gewohnt hat er vermutlich im „lateinischen Viertel“ der Universität, wohl in der Drachengasse. Ries-Experten schätzen das Wirken an der ältesten Universität im heutigen Deutschland als seine „wissenschaftlich fruchtbarste Zeit“ ein. Erfurt darf sich also mit Fug und Recht als Adam-Ries-Stadt bezeichnen. Auch später blieb Ries dem Wissenschafts- und Druckereizentrum Erfurt eng verbunden. So erschienen in dem Mekka der „schwarzen Kunst“ rund um die Michaelisstraße weitere Auflagen seiner Rechenbücher.

An diese enge Verbindung erinnerte man in Erfurt während des großen Jubiläumsjahres 1992. Seinerzeit galt es nicht nur 1250 Jahre Ersterwähnung der Stadt und 600 Jahre Eröffnung der Universität zu feiern, sondern auch den 500. Geburtstag von Adam Ries. Mit diversen Veranstaltungen und Ausstellungen wurde man dem gerecht. Aber auch in Denkmalform, so der Vorsatz, sollte endlich an Ries` wichtige Erfurter Jahre erinnert werden. Der Künstler Michael Lenz schuf daher ein dreiteiliges Bronzeensemble aus zwei Schrifttafeln und einer Porträtbüste. Allerdings sollte es noch einmal zehn Jahre dauern, bis dieses einen festen Platz in der Öffentlichkeit fand. 2002 war mit der Michaelisstraße 48 genau der richtige Ort gefunden. Im „Haus zum Schwarzen Horn“ befand sich einst die Druckerei von Mathes Maler, der die ersten beiden Rechenbücher von Ries gedruckt hatte.

An der Fassade befestigte man die Büste sowie die Schrifttafel mit Lebensdaten, Wappen und historischen Erläuterungen. In den Boden wurde die andere Tafel eingelassen, die als Rechenbrett an das Ries`sche „Rechnen auf der Linie“ erinnert. Dargestellt wird die Jubiläumszahl 1992. Da die Michaelisstraße nicht nur täglich von unzähligen Touristen passiert wird, sondern auch zum Programm fast aller Stadtführungen gehört, wird das zum praktischen Rechnen animierende Denkmal gerne in die Erläuterungen einbezogen. Es ist damit auch eines der lebendigsten in unserer Stadt. (Foto: Dr. Steffen Raßloff)


Literaturtipp:

Steffen Raßloff: 100 Denkmale in Erfurt. Geschichte und Geschichten. Mit Fotografien von Sascha Fromm (Thüringen Bibliothek. Bd. 11). Essen 2013.


Siehe auch: Geschichte der Stadt Erfurt, Universität Erfurt