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4. MSD

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4. Motorisierte Schützendivision (4. MSD)

Aufgaben:

Die mot. Schützentruppen waren die tragende Waffengattung der Landstreitkräfte der NVA. Durch ihre Bewaffnung und technische Ausrüstung waren sie in der Lage verschiedenartigste Kampfhandlungen durchzuführen. Die MSD handelte im Rahmen eines operativen Verbandes und löste ihre Gefechtsaufgaben im engen Zusammenwirken mit anderen am Gefecht oder Operation beteiligten Kräften und Mitteln der Teilstreitkräfte und Waffengattungen. Auf Grund ihrer Zusammensetzung und Ausrüstung waren sie in der Lage über einen längeren Zeitraum in allen Gefechtsarten selbständige Aufgaben zu lösen. Planung und Leitung der politisch-ideologischen, militärischen und fachlichen Ausbildung der Truppenteile, Einheiten und Einrichtungen der 4. MSD. Ständige Erhöhung der Gefechtsbereitschaft zur Erfüllung der gestellten Aufgaben im System der Landesverteidigung.


Aufstellung:

15.06.1956 als 4. Infanteriedivision (4. ID)

Die Aufstellung der 4. ID erfolgte aus aus Truppen der Bereitschaft der KVP Erfurt.


Umbenennung:

Oktober bis Dezember 1956 Umbennung und Umstrukturierung zur 4. Motorisierten Schützendivision (4. MSD) Der Umstellungen lagen Festlegungen der UdSSR zugrunde, welche ebenfalls ihre Infanteriedivisionen in Motorisierte Schützendivisionen umgliederten.


Vorgesetzte Dienststelle:

Kommando des Militärbezirks III (Leipzig)/"Südarmee")


Tarnname:

KUSNEZ

Standort:

Erfurt

Der Stab der 4. MSD befand sich in der Erfurter Wilhelm Liebknecht (Kaserne).

Zeppelinstraße 18 5010 Erfurt


Personalstärke:

Frieden: 10.239

Krieg: 14.506


Postfach:

11550


Kommandeure:

  • 15.06.1956 - 15.01.1958 Oberst Martin Günther seit 01.08.1953 Leiter / Kommandeur der KVP Bereitschaft Erfurt
  • 15.01.1958 - 15.08.1961 Oberst Hans Ernst, seit 01.03.1961 Generalmajor
  • 15.08.1961 - 22.08.1962 Oberst Helmut Poppe,seit 23.08.1962 Generalmajor


Der Tag der Ernennung zum Generalmajor weicht von den üblichen Tagen der Ernennung der Generale ab. Grund ist die Übernahme der Dienstgeschäfte des 1. Stadtkommandanten von Berlin.


  • 01.10.1962 - 30.09.1966 Oberst Karl - Heinz Hollstein
  • 01.10.1966 - 31.08.1969 Oberst Joachim Goldbach, seit 07.10.1966 Generalmajor
  • 01.09.1969 - 31.07.1972 Oberst Heinz Koch
  • 01.08.1972 - 30.09.1979 Oberst Artur Seefeld, seit 01.03.1974 Generalmajor
  • 01.10.1979 - 31.10.1983 Oberst Egon Gleau, seit 07.10.1982 Generalmajor
  • 01.11.1983 - 31.08.1985 Generalmajor Werner Schulze
  • 01.09.1985 - 31.08.1987 Oberst Michael Schlothauer, seit 01.03.1987 Generalmajor
  • 01.09.1987 - 02.10.1990 Oberst Bernd Leistner, seit 07.10.1989 Generalmajor


Der 4. MSD (4.ID) waren unterstellt:

  • Mot.-Schützenregimenter: MSR-22, MSR-23, MSR-24
  • Panzerregiment: PR-4
  • Artillerieregiment: AR-4
  • Fla-Raketenregiment: FRR-4
  • Panzerjägerabteileung: PJA-4
  • Geschoßwerferabteilung: GeWA-4
  • Raketenabteilung: RA-4
  • Aufklärungsbataillon: AB-4
  • Pionierbataillion: PiB-4
  • Nachrichtenbataillon: NB-4
  • Sanitätsbataillon: SB-4
  • Bataillon materielle Sicherstellung: BMS-4
  • Instandsetzungsbataillon: IB-4
  • Bataillon chemische Abwehr: BChA-4
  • Stabskompanie: StK-4
  • Sicherungskompanie: SiK-4
  • Kommandantendienstkompanie 4
  • Funktechnisches Bataillon 1
  • Führungs-Batterie Chef Raketentruppen und Artillerie: FüBttrCRA-4
  • Führungs-Batterie Chef Truppenluftabwehr: FüBttrCTLA 4
  • Stabsmusikkorps
  • Militärgericht und die Militärstaatsanwaltschaft



  • Artillerie- und Panzertechnische Schule von 1956 bis 1960
  • Schule für rückwärtige Dienste von 1956 bis 1963
  • Kraftfahrzeugschule-4 von 1956 bis 1958
  • Lehrbataillon-4 von 1956 bis 1958 (1961 in Gotha aufgelöst)
  • Divisionslager-4 (DL-4) (seit 30.11.1981 zum BMS-4)


"Der Patriot" war der Name der Truppenzeitung der 4. MSD. Die Zeitung wurde von einer Redaktion in Erfurt herausgegeben und an die unterstellten Truppenteile verteilt. Die Truppenzeitung "Der Patriot" erschien von Herbst 1956 bis November 1961.


Am 4. Oktober 1990 wurde die 4. Motorisierte Schützendivision der DDR in Erfurt als Verband in das Bundeswehrkommando Ost übernommen. Die Division verfügte zu diesem Zeitpunkt über eine Stärke von 4494 Soldaten. Der Befehl Nr. 1 der 4. MSD vom 18. Dezember 1990 regelte die Umbenennung in Heimatschutzbrigade 39 zum 1. Januar 1991. Die endgültige Aufstellung erfolgte am 22. März 1991.