Städtepartnerschaften Erfurt Partnerschaftsrosette

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Erfurts Städtepartnerschaften

Beitrag der Serie Denkmale in Erfurt aus der Thüringer Allgemeine von Dr. Steffen Raßloff (15.03.2014)


Partner aus allen Himmelsrichtungen

DENKMALE IN ERFURT (141): Eine Partnerschafts-Rosette vor dem Eingang des Rathauses verweist auf Erfurts elf Partnerstädte.


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Im September 2000 wurde vor dem Eingang des Rathauses ein Denkmal der besonderen Art eingeweiht. Die Erfurter Partnerschafts-Rosette verweist auf die freundschaftlichen Beziehungen zu anderen Kommunen in aller Welt. Auf der in den Boden eingelassenen Bronzeplatte sind die Namen aller Partnerstädte entsprechend den Himmelsrichtungen angeordnet. Entworfen hat das Kunstwerk, auch mit auf Anregung des damaligen Kulturbeigeordneten und Metallgestalters Joachim Kaiser, der verdienstvolle Erfurter Designer und Graphiker Jürgen Ellenberg. Im Mai 2011 ergänzten der am Projekt von Beginn an beteiligte Metallrestaurator Karlheinz Hütter und Steinbildhauer Danilo Augustin die Platte letztmalig um den Eintrag der Partnerschaft mit Kati in Mali.

Bis zur friedlichen Revolution 1989/90 trugen die Städtepartnerschaften weniger den Charakter frei gewählter kommunaler Austauschprojekte, sondern waren ein spezifischer Teil der DDR-Außenpolitik. Entscheidungen hierüber fielen in Ostberlin, bei besonders wichtigen Fragen gingen sie direkt über den Schreibtisch von SED-Generalsekretär Erich Honecker. So erstaunt es nicht, dass die ersten Partnerschaftsverträge mit Städten aus sozialistischen „Bruderstaaten“ zustande kamen. In kurzem Abstand unterzeichnete man 1971 die Vereinbarungen mit Györ in Ungarn und Lowetsch in Bulgarien, worauf 1972 Vilnius in der damaligen litauischen Sowjetrepublik und 1984 Kalisz in Polen folgten. Deutlich komplizierter waren Partnerschaften mit dem „Westen“, zu denen es 1988 mit Mainz und Lille in Frankreich kam.

Nach 1990 weitete sich das Spektrum der Städtepartner über Europa hinaus aus: San Miguel de Tucuman in Argentinien (1993), Shawnee in den USA (1993), Xuzhou in China (2005), Haifa in Israel (2005) und Kati in Mali (2011). Die älteren Partnerschaften wurden weiter gepflegt und auf neue vertragliche Grundlagen gestellt. Insbesondere die Städtepartnerschaft mit Mainz lebte nach der Wiedervereinigung Deutschlands spürbar auf. Jene mittlerweile also elf kommunalen Austauschbeziehungen liegen im Erfurter Rathaus seit vielen Jahren in den Händen von Chef-Diplomatin Gabriele Schmidt und ihrer Mitarbeiterin Simone Kraft vom Bereich Protokoll/Internationale Verbindungen. Eine Lieblingspartnerschaft gibt dort nicht. Die schönste Partnerschaft, so Gabriele Schmidt, ist immer jeweils die mit aktuellen lebendigen, von der Basis mit getragenen Austauschprojekten. Sehr gerne leistet Erfurt auch Aufbauhilfe beim jüngsten Partner in Kati, hat man doch selbst einst die Unterstützung nach 1989 durch die Mainzer dankbar entgegen genommen. (Foto: TA)


Literaturtipp:

Steffen Raßloff: 100 Denkmale in Erfurt. Geschichte und Geschichten. Mit Fotografien von Sascha Fromm (Thüringen Bibliothek. Bd. 11). Essen 2013.


Siehe auch: Geschichte der Stadt Erfurt, Partnerschaft mit Mainz