Landesmuseum Thueringen Erfurt Petersberg

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Landesmuseum Thüringen

Der Freistaat Thüringen und die Landeshauptstadt Erfurt wollen in der Defensionskaserne auf dem Erfurter Petersberg auch mit Blick auf die Buga 2021 ein Thüringer Landesmuseum einrichten.


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Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow und Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein haben am 8. September 2017 in der Erfurter Peterskirche auf dem künftigen Standort der Bundesgartenschau 2021 eine Absichtserklärung abgegeben zu prüfen, wie die große Defensionskaserne (Foto: Alexander Raßloff) und die benachbarte Peterskirche für die Unterbringung eines Thüringer Landesmuseums und der Abteilung Archäologie des Thüringer Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie genutzt werden können.

Hierzu erklärte OB Bausewein: "Der Petersberg ist ohne Frage ein idealer Standort für dieses Museum. Jahrelang haben wir nach einer diesem historischen Ort angemessenen Lösung gesucht, jetzt scheint sie in greifbarer Nähe. Und natürlich macht es auch Sinn, dass eine Ausstellung zur Landesgeschichte in der Landeshauptstadt ihren Platz findet. Wir werden alles dafür tun!"

Weiter wird ausgeführt, dass das nur wenige Besucher zählende Museum für Ur- und Frühgeschichte in Weimar derzeit nur Teilaspekte der Geschichte Thüringens der Öffentlichkeit zugänglich machen könne, seine Sammlung umfasse aber mehr als 300.000 Objekte aus dem gesamten Land. Viele bedeutende Objekte lagern in Depots. Es gebe deshalb Überlegungen für ein modernes Landesmuseum, das umfassend die wichtigsten Aspekte der Landesgeschichte vermittelt. Jetzt müsse geprüft werden, ob auf dem Petersberg genug Platz für das Museum ist.

Eine erste Studie der Landeshauptstadt sieht für den Petersberg grundsätzlich Lösungsmöglichkeiten für die Ausstellung mit rund 4.000 Quadratmetern Fläche, in die auch die Peterskirche mit einbezogen werden soll. Zur Bundesgartenschau 2021 wird das Museum freilich noch nicht fertig sein. "Falls es zu uns auf den Petersberg kommt, dann öffnen sich die Tore frühestens 2024", so Bausewein. Für die Buga 2021 ist an eine Zwischennutzung gedacht, die auf das Hauptziel vorausweist.

Der zum "Buga-Botschafter" ernannte Ministerpräsident Bodo Ramelow betonte, das neue Museum solle nicht nur die Vorgeschichte Thüringens erzählen, sondern in moderner Form einen "Punkt in der gesamten Vielfalt der Erinnerungsgeschichte Thüringens setzen". Die Kosten des Projekts seien vor weiteren Prüfungen nicht bezifferbar. Ramelow rechnet aber mit Fördermitteln vom Bund und von Europa. Er sprach von einem "Prüfprozess, der sich möglicherweise erst nach 2020 im Haushalt wiederfinden wird". All dies soll in Abstimmung mit Weimar geschehen, wo sich Protest gegen die Verlagerung des Museums für Ur- und Frühgeschichte Thüringens regt.

(Dr. Steffen Raßloff)


Lesetipps:

Steffen Raßloff: Geschichte Thüringens. München 2010.

Steffen Raßloff: Kleine Geschichte Thüringens. Ilmenau 2017.

Steffen Raßloff: Mitteldeutsche Geschichte. Sachsen - Sachsen-Anhalt - Thüringen. Leipzig 2016.