Aufbauhelfer iga Erfurt

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Aufbauhelfer Denkmal auf der iga

Beitrag der Serie Denkmale in Erfurt aus der Thüringer Allgemeine von Dr. Steffen Raßloff (20.07.2011)


Aufbauhelfer für die iga

DENKMALE IM ERFURT (1): Der „Aufbauhelfer“ von Fritz Cremer steht für die Beteiligung der Erfurter am Bau der iga. Diese konnte 1961 auch dank 364.000 freiwilliger Aufbaustunden eröffnet werden.


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Der Erfurter egapark, 1961 als Internationale Gartenbauausstellung iga gegründet, ist momentan in aller Munde. Das liegt nicht nur am 50. Gründungsjubiläum mit seinen vielen Veranstaltungen und Ausstellungen, sondern v.a. an der Bewerbung Erfurts um die Bundesgartenschau 2021. Diese scheint sogar vergessen zu machen, dass der denkmalgeschützte Park noch vor wenigen Monaten von den Stadtwerken im Rahmen verschiedener Zukunftsmodelle ernsthaft in Frage gestellt wurde. Flächenverkäufe wie der des Irisgartens sollten die Kasse füllen. All dies ist nun vom Tisch, soll der egapark doch das Kernstück der Buga werden. Das freut viele Erfurter, denen ihre iga in fünf Jahrzehnten ans Herz gewachsen ist.

Ein Grund hierfür sind auch die 364.000 freiwilligen Arbeitsstunden, die die Erfurter von 1958 bis 1961 im Rahmen des Nationalen Aufbauwerkes (NAW) auf der iga geleistet haben. Das NAW war 1952 von der SED ins Leben gerufen worden, um zunächst in Berlin und dann in der ganzen DDR den Wiederaufbau nach den Verheerungen des Zweiten Weltkrieges voran zu bringen. Um diese freiwilligen Arbeiter zu ehren, schuf der führende DDR-Bildhauer Fritz Cremer, Schöpfer des weltberühmten Buchenwald-Denkmals, 1961 den „Aufbauhelfer“ für den Eingangsbereich zur iga. Der überlebensgroße Arbeiter mit Spitzhacke, der sich symbolhaft die Ärmel hoch krempelt, erinnert besonders an die gewaltigen Erdarbeiten, die zur Gestaltung des Parks notwendig waren. Der Erstguss des Denkmals steht vor dem Roten Rathaus in Berlin.

Natürlich haftet diesem Denkmal viel vom Geist des sozialistischen Realismus an, der nicht immer mit dem realen DDR-Alltag korrespondierte. Nicht alle Bürger gingen mit diesem heroischen Ernst die harten und unentgeltlichen Arbeiten an. Die fest eingeplanten Aufbaustunden waren keineswegs so rückhaltlos freiwillig, auch half man mit Stundennachweisen, Urkunden und Stecknadeln in Gold, Silber und Bronze nach. Dies konnte dann etwa bei der Zuweisung einer Wohnung förderlich sein. So wenig man das NAW also im Rückblick glorifizieren sollte, so hat es doch viele Menschen am bitter nötigen Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg beteiligt. In Erfurt hat es die zwei heute nicht mehr wegzudenkenden großen Freizeiteinrichtungen Zoopark und iga wesentlich mit ermöglicht. Für all diese Leistungen der Erfurter steht der Aufbauhelfer von Fritz Cremer. (Foto: Dr. Steffen Raßloff)


Literaturtipp:

Steffen Raßloff: 100 Denkmale in Erfurt. Geschichte und Geschichten. Mit Fotogafien von Sascha Fromm (Thüringen Bibliothek. Bd. 11). Essen 2013.

Martin Baumann / Steffen Raßloff (Hg.): Blumenstadt Erfurt. Waid - Gartenbau - iga/egapark (Schriften des Vereins für die Geschichte und Altertumskunde von Erfurt. Bd. 8). Erfurt 2011.


Siehe auch: Geschichte der Stadt Erfurt, Blumenstadt Erfurt, Bundesgartenschau, iga/egapark