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Thüringen das Grüne Herz Deutschlands

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Thüringen – Das Grüne Herz Deutschlands

Seit den 1920er-Jahren wirbt das waldreiche Thüringen mit dem Slogan „Grünes Herz Deutschlands“.


Thüringen trägt dank seiner natürlichen Reize auch den Titel „Grünes Herz Deutschlands“. Als klassisches Tourismusland hat man diese Marke seit dem späten 19. Jahrhundert gezielt aufgebaut. Am nachhaltigsten dürfte das gleichnamige, 1897 erstmals aufgelegte Buch von August Trinius gewirkt haben (siehe Abb.). Der Slogan diente zugleich der Außendarstellung des 1920 aus den ehemaligen Kleinstaaten gebildeten Landes Thüringen. Nach 1990 knüpfte man im wiedergegründeten Freistaat Thüringen an diese Marke an.

Und Thüringen ist tatsächlich das grüne Herz inmitten Deutschlands. In keinem anderen Bundesland gibt es mit 33 Prozent anteilmäßig so viel Wald an der Gesamtfläche wie hier. Etwa ein Viertel der Landesfläche wird als „Nationale Naturlandschaften“ erhalten und entwickelt: Naturpark Südharz, Naturpark Kyffhäuser, Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal, Nationalpark Hainich, Naturpark Thüringer Wald, Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald, Biosphärenreservat Rhön und Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale.

Der bekannteste Naturschatz ist zweifellos der Thüringer Wald im Südwesten des Landes. Seine ausgedehnten bewaldeten Höhenzüge, deren höchster Gipfel der Große Beerberg (983 m) ist, laden zum Wandern und Skilaufen ein. Große Bekanntheit genießt der Rennsteig, der rund 170 Kilometer lange Kammweg. In seinem Umfeld liegen die beliebtesten Urlauberorte, allen voran die Wintersporthochburg Oberhof. Seit 1973 findet mit dem jährlichen GutsMuths-Rennsteiglauf im Thüringer Wald zudem der größte Landschaftslauf Europas statt. Im Osten schließt sich in harmonischem Übergang das Thüringer Schiefergebirge mit dem wildromantischen Schwarzatal an.

Neben dem Thüringer Wald besitzt besonders der Hainich als UNESCO-Weltnaturerbe (2011) eine herausragende Bedeutung. Hauptziel des 7500 Hektar großen Nationalparks ist der Schutz des heimischen Buchenwaldes und seiner Bewohner, wie der seltenen Wildkatze. Hier soll der größte Urwald Deutschlands entstehen. Zu den touristischen Highlights zählen der Baumkronenpfad am Nationalparkzentrum Thiemsburg und das „Wildkatzendorf“ Hütscheroda. Besondere Anziehungspunkte des „Grünen Herzens“ sind weiterhin der Kyffhäuser mit dem gewaltigen Kyffhäuserdenkmal (1896) und das „Thüringer Meer“ der Saalestauseen. Viele kleinere Mittelgebirgs- und Hügellandschaften runden das Bild ab: Südharz, Ohmgebirge, Eichsfeld, Hainleite, Schmücke, Hohe Schrecke, Finne, Holzland und Rhön.

(Dr. Steffen Raßloff)


Lesetipp:

Jürgen Valdeig/Steffen Raßloff: Malerisches Thüringen. Eine Liebeserklärung in Aquarellen. Erfurt 2017.

Steffen Raßloff: Geschichte Thüringens. München 2010.

Steffen Raßloff: Kleine Geschichte Thüringens. Ilmenau 2017.


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