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Kulturhof Kroenbacken Geschichtsportal Erfurt

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Geschichtsportal Krönbacken

Im ausgedehnten Komplex des Hauses zum Güldenen Krönbacken inmitten der Altstadt soll das Geschichtsportal der Erfurter Geschichtsmuseen entstehen.


Das Haus zum Güldenen Krönbacken (Foto: Mylius) ist ein ehemaliger Handelshof in der Michaelisstraße 10. Er geht bis ins 12. Jahrhundert zurück und gehörte vermutlich einem jüdischen Bürger, der sich nahe der Alten Synagoge niedergelassen hatte. Nach dem Pogrom 1349 ging der Hof an die Patrizierfamilie von der Sachsen, die durch den Waidhandel zu Reichtum gelangt waren. Hieran erinnert der Waidspeicher im hinteren Hofbereich. Bis in die 1960er-Jahre lässt sich eine Reihe prominenter Eigentümer aufzählen.

Nach 1990 erfolgte eine grundhafte Sanierung, wobei der Waidspeicher zum Kulturhof umgebaut wurde. Das "Strategische Kulturkonzept der Landeshauptstadt Erfurt" (2013) sah für den Krönbacken dann die Funktion eines Geschichtsportals als "Netzwerkknoten eines 'dezentralen Geschichtsmuseums'" vor. Der neue Direktor der Erfurter Geschichtsmuseen Dr. Anselm Hartinger erhielt 2014 den Auftrag der Umsetzung bis spätestens zum 500. Reformationsjubiläum 2017. Für das Konzept wurden vom Freistaat Thüringen und der Stadt Erfurt 175.000 Euro Fördermittel zur Verfügung gestellt.

Allerdings lag dem Stadtrat 2017 noch immer kein "Betreibungs- und Nutzungskonzept" vor, so dass "die im Vermögenshaushalt ... eingestellten Mittel ... gesperrt" wurden (Amtsblatt 12/2017). Zudem gibt es Bedenken, ob Hartinger der Aufgabe überhaupt gewachsen ist. Die von ihm kuratierte Ausstellung Barfuss ins Himmelreich? lasse "Schlimmes auch in Sachen Geschichtsportal befürchten", so der Vorsitzende des Kulturausschusses im Stadtrat Dr. Wolfgang Beese. (Artikel: Thüringer Allgemeine vom 08.08.2017, zum Lesen anklicken)


Siehe auch: Kritik an Erfurter Kulturpolitik